Rückblick Donnerbach X:

Nach fast 10 Jahren ist die Kampagne um den Bruderzwist in Donnerbach nun beendet. 70 Teilnehmer, aufgeteilt in zwei Fraktionen (und zwei getrennte Zeltlager), stritten zum „Donnerbach X – Sturmböen“ um die Vorherrschaft, die Heilung von Lewinja von Donnerbach und damit um das Ende der jahrelangen Auseinandersetzungen, die das Land Donnerbach ins Chaos gestürzt hatten. Endlich werden die Waffen schweigen und das Land kann in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken.

Wir haben uns sehr über jede konstruktive Kritik gefreut, die uns erreicht hat - denn nur so kann man aus gemachten Fehlern lernen. Wir sind also niemandem gram, der direktere Kritik an uns geübt hat. Alles in allem ist uns bewusst geworden, dass wir einen großen Spagat zwischen verschiedensten Spielvorlieben und -konzepten versucht haben, was letztlich darin resultierte, dass wir doch nicht alles richtig bedienen konnten. Wir haben versucht, emotionales Charakter- und Konfliktspiel zu fördern, gleichzeitig aber auch auf klassische Abenteuercon-Konzepte (Dinge im Wald finden, Monstern begegnen) gesetzt; PvP war von uns ebenso angedacht wie Spiel der Gruppen mit- und untereinander. Wir freuen uns sehr, dass bei einigen diese Angebote voll ankamen und bedauern, dass wir andere eben nicht abholen konnten.

Wir freuen uns aber, dass die überragende Mehrheit der Reaktionen sehr positiv ausfällt und somit bei uns das Gefühl hinterlässt, dass es all den Aufwand der letzten Jahre wert war. Wir sind uns bewusst, dass wir als Orga eine Menge von unseren Teilnehmern verlangen, meinen aber, dass erst dadurch das entsteht, was ihr und wir an den Donnerbach-Cons der letzten Jahre so geschätzt haben.

Rückblick Bruderzwist-Kampagne:

Damit blickt die Donnerbach-Orga auf eine erfolgreiche Veranstaltungsreihe mit fünf Wochenendveranstaltungen und sechs Larp-Tavernenabenden zurück. Neue Konzepte und altbewährte Ideen wurden über die Jahre angewandt und verfeinert, um den Teilnehmern spannende und denkwürdige Ereignisse vor einem sich ständig weiterentwickelnden Landeshintergrund zu bieten.

Was wir mit dieser Kampagne versucht haben, war, die Situation eines Landes im Bürgerkrieg zu schildern. Uns war hierbei vor allem wichtig, keine Geschichte großer Schlachten und glorreicher Kämpfe zu erzählen, sondern auf Einzelgeschehnisse zu blicken: auf die Wirtsfamilie, die im Waldenhofer Hinterland versucht, sich ein neues Leben aufzubauen; auf den Adligen und seine Erben im Grenzgebiet, die erbittert darum kämpfen, ihre Macht zu erhalten und dazu auch das Fähnlein öfter mal anders in den sich ständig drehenden Wind hängen; auf die Priesterin, die in all den kalten Schrecknissen versucht, ein warmes Feuer der Hilfe zu sein, ohne selbst daran zu zerbrechen. Und eben auch auf den Sänger, der die Sehnsucht nach Errettung und Hoffnung in sein Lied webt, um endlich die Finsternis hinter sich zu lassen - und dem Ritter und Bauern gleichermaßen zuhören.

Und zwischen all dem noch das Leiden des Landes selbst, das unter dem Zerfall jeder Ordnung ebenfalls zu Grunde geht. Hier könnte man noch vieles ansetzen - viele Versuche der Bewohner des Landes, mit den sich ständig ändernden Gegebenheiten, Loyalitäten und Grenzziehungen klar zu kommen. Einige von euch waren sogar auch dabei, als der Konflikt innerhalb der Baronsfamilie thematisiert wurde. Als es darum ging, wer die Macht in Händen hält und eben auch, wer das vielleicht gar nicht will. Die Geschichte eines Bürgerkriegs ist für uns eben keine heroische Heldengeschichte des Kampfes gut gegen böse, sondern angefüllt mit Tragik und Hoffnung, mit sich verschiebenden Loyalitäten und der Erkenntnis, dass Freund und Feind auch Geschwister, Freunde und Nachbarn gleichermaßen sein können. Und hinter all dem verbargen sich fantastische oder auch unheimliche Geheimnisse, die es zu ergründen galt. In vielerlei Hinsicht hatte also der Bruderzwist die geordnete Oberfläche aufgebrochen und den Blick auf das, was darunter lauerte, freigegeben.

Diese Geschichten wollten wir mit euch erzählen und freuen uns, dass ihr sie mit uns in den letzten Jahren getragen habt.

Ausblick: Donnerbach in Zukunft

Eines zuerst: Es wird weitergehen. Jedoch werden wir anders als bisher eine größere konzeptuelle Trennschärfe einführen. Wir werden mit verschiedenen Spielstilen und Konzepten experimentieren und entsprechende Veranstaltungen anbieten. Der donnerbacher Landeshintergrund soll hierbei der Rahmen für verschiedenste Conkonzepte sein. Wir werden im Vorfeld genauer darlegen, was wir uns von der jeweiligen Veranstaltung erhoffen und euch als die Teilnehmer mehr noch als bisher bitten, verstärkt auch auf solche vorab mitgeteilten Konzepthinweise zu achten. Hierbei sind offene Abenteuercons mit Plotjagd und Monstern im Wald ebenso drin wie geschlossene Kammerspiele mit wenigen Teilnehmern für ein Höchstmaß an Immersion.

Wie es im Hintergrund des Landes weitergeht, könnt ihr schon im nächsten Ostländischen RegionalKurier nachlesen. Unsere Homepage werden wir Stück für Stück überarbeiten und mit neuen Hintergründen füllen. Denn so ein Land kurz nach den umwälzenden Ereignissen der letzten Jahre bietet genügend Raum für neue Geschichten.

Die Orga bedankt sich beim Gugelgilde e.V. für die organisatorische Stütze und natürlich zuvörderst bei allen Teilnehmern, die über die Jahre, gleich in welcher Rolle oder Funktion, mit uns gemeinsam die Kampagne gestaltet haben. Ohne die gemeinsame Arbeit mit euch würden die Geschichten nicht erzählt werden. Vielen Dank dafür.

Eure Donnerbach-Orga

P.S.: Man munkelt, dass es im Frühjahr 2019 eine Wintersend-Taverne geben soll. Haltet die Augen offen!