OT-Infos:
Datum: 18.11. - 20.11.2016
Location: 09619 Forsthaus Sayda
Teilnehmer: ca. 45 SCs und 30 NSCs

Prolog:

Der Herr von Tannenberg schreckte aus einem kurzen Schlummer auf, in den er am Tisch gefallen war. Da waren sie wieder – Schatten und schemenhafte Gestalten, die um sein Haus schlichen. Sie lauerten in dunklen Höhlen und in den Tiefen der Wälder – uralt und gierig. Man sagt, Schedelja sei ein wildes Land gewesen, feindselig und grausam, bevor es durch die gute Herrschaft der Barone befriedet wurde.

Gute Herrschaft! Die Hand des Ritters von Tannenberg ballte sich zur Faust, bis das Leder seines Handschuhs knirschte. Welche gute Herrschaft sollte das wohl sein?

Die des Freiherren von Laar, der seine Unterwerfung gefordert hatte? Der wie sein Herr, der Baronssohn Rechan, dem alten Donnerbach hinterher trauerte – dem Land von harten und gerechten Herren und dienstbaren Bauern, von alten Gesetzen und uralten Blutlinien. Diese Herrschaft würde in erster Linie Sicherheit bedeuten. Und mit Sicherheit den Tod des Herren von Tannenberg, gerichtet für seine Verfehlungen in den Augen des Laarers.

Oder die Herrschaft des Freiherren von Waldenhof, seines ehemaligen Lehnsherren, der ihn in der Stunde der Not im Stich ließ und nur sein eigenes Überleben als wichtig ansah? Der wie sein Herr, Baronssohn Weonard, mit Intrigen und Grausamkeit regiert, ein neues Donnerbach vor Augen, geprägt von persönlichem Reichtum und wandelbarer Moral. Eine solche Herrschaft versprach vor allem Macht. Doch zu welchem Preis?

Oder gab es noch einen anderen Weg? Jenen, den der Freiherr von Wiesengrün einschlug? Er, der Lewinja, die Schwanenprinzessin, verehrt? Sicher, an seinem Hof sammeln sich Viele, getrieben von Idealen von Ritterlichkeit und gegenseitiger Achtung. Gemeinsam sitzen Bauer, Händler und Ritter an einem Tisch und schmieden Pläne zur Befreiung der gefangenen Herrscherin. Was würde eine Herrschaft, die hieraus erwachsen würde, versprechen? Vielleicht nicht viel mehr als Hoffnung für die Zukunft.

Wieder zog ein Schatten vor dem Fenster die Aufmerksamkeit des Tannenbergers auf sich. Wie lange würden die Schemen da draußen wohl noch im Verborgenen bleiben?

Er setzte sich auf, nahm Tinte, Feder und Papier und begann zu schreiben: „Euch, Ullrich von Wiesengrün, entsende ich meine untertänigsten Grüße...“