Hier nun der erste Bericht über unseren Con "Der Markttag"

Wladimirs Markttagerinnerungen

Obwohl der Weg in die Freien Baronien recht weit und beschwerlich zu werden drohte, nahm Wladimir Pergamenschikov seines Zeichens Geschichtenerzähler- das Risiko auf sich, aus dem zivilisierten Ran'Or wieder einmal in wildere Gebiete der Ostlande aufzubrechen.

Der Vogt von Wiesengrün hatte zum Markttag geladen- schade nur, daß mehr Wanderer als Händler dem Aufruf gefolgt waren. In der Hoffnung, viele ehrenwerte Gestalten an diesem Flecken Donnerbachs zu finden, hatte Wladimir kurzerhand eine Rede verfaßt, die ihn beinahe um Kopf und Kragen bringen sollte. Offenbar fühlten sich mehrere Anwesende durch das verlesene Lob der Redlichkeit persönlich angegriffen- hatten sie wohl nicht verstanden, daß ein Sprecher des Volkes natürlich keinen Lug und Trug gutheißen kann!

So gingen denn bald Gerüchte um, daß man mir von Seiten der Nordmänner und der Orks nach dem Leben trachtete. Nun denn, das rasch verdiente Geld mußte dann natürlich für Heil- und Schutzamulette ausgegeben werden...

Am ersten Abend ward mir dann das Vergnügen beschert, die Geschichte von Be'Lekkel und seinem Lehrmeister- die sich hier in Wiesengrün vor Jahrhunderten zugetragen hatte- zum besten zu geben. Noch wußte niemand so recht daraus schlau zu werden, obwohl die Legende von einer geheimnisvollen Grotte sprach, von der auch Wladimirs Freund Nardos schon von einem Gutsbesitzer gehört hatte. Wie sich später herausstellte, befand sich das Grab des u mhergetriebenen Be'Lekkel unweit des Marktplatzes, jenseits des Flüßchens Tribisch. Hätten wir das nur eher gewußt!

Nach einem erholsamen und ruhigen Schlaf brach Wladimir zusammen mit sechs Freunden (Nardos, Shaka, Griffin, Rolf, Richard, Lily) am nächsten Morgen auf, um die Höhle aus der Sage zu finden- und siehe da: Wir hatten Erfolg! Nur leider fanden wir den Eingang von einer seltsamen unsichtbaren, gläsern tönenden Barriere versperrt vor. Fix war ein Plan ersonnen: Laßt sie doch durch einen großen Temperaturunterschied zerspringen! Das Feuer war einfach zu entfachen, aber wie sollten wir das Wasser vom Bächlein herbekommen? Nun ja, mein frisch erstandener Scotenrock kam uns dabei sehr zupaß- dummerweise hatte Wladimir aber nichts darunter... Sei es wie es sei, die Barriere zersplitterte und öffnete den Weg zu einem zweiten Hinderniß, einer dicken, blauen, zähflüssigen Masse- für deren Bannung ein Meister der Magie benötigt wurde. Nach einiger Zeit gelang es uns, Utis- den gealterten Hofmagier des benachbarten Reiches Schurtzenjagt- zum Grotteneingang zu geleiten. Jetzt endlich kamen wir zu der Erkenntnis: Man brauchte einen Schlüssel, konjetschno! Vor den sich anpirschenden Räubern nahmen wir darum rasch Reißaus...

Zurück im Dorfe, erreichte uns unheilvolle Kunde: das Grab des Be'Lekkel sollte geschändet worden sein! Und tatsächlich - es war offenbar an einen anderen Platz verlegt worden und mit kalten, eisförmigen Barrieren umgeben worden. Brrr. Wer würde so etwas tun?

Wie Wladimir im Laufe des Nachmittags herausfand, war das Katzenwesen Fasir dafür verantwortlich. Offenbar betraf das nur den Schutz durch die Eiskuppel, nicht aber die vorhergegangene Schändung.

Derweil hatten andere nach Schlüsselteilen gesucht, merkwürdigerweise sollte es gleich zwei Schlüssel geben! Einer sollte die Höhle öffnen können, der andere aber Zugang zu einer gewissen Zitatelle verschaffen- einem Hort des Bösen, wo der uralte Vampir Kasimir regiert. Dieser Unhold ist auch mehrmals auf dem Marktplatz aufgetaucht, mitunter sogar schon vor Einbruch der Dunkelheit! Außerdem hatte er- wie wir später erfahren sollten, ein gewichtiges Interesse an Be'Lekkels rastloser Seele. Dies erfuhr Wladimir, als Utis und Fasir Be'Lekkels Geist beschworen, um mehr über sein Schicksal zu erfahren.

Meine Erinnerung ist etwas getrübt, jedenfalls sollte später ein Ritual am Grabplatz stattfinden, wohl, um Be'Lekkels Seele zu helfen und Zugang zur Höhle zu erlangen. Die erprobte Truppe (außer Rolf, der mal wieder seine eigenen Wege ging) nahm lieber den langen Weg, um sich die Füße nicht naß zu machen. Aus diesem Grunde fielen wir den Räubern, die auf der anderen Seite der Tribisch lauerten, in den Rücken. Ha! Nach kurzem blutigem Gefecht einigte man sich auf einen Waffenstillstand, da die Nacht gar zu finster und regnerisch war.

Spät machte man sich dann gen Höhle auf (auch Kasimir und ein anderer Vampir begleiteten die Wanderer), nur Nardos, Rolf und Wladimir wollten nicht durch den Tunnel wandern- bei dem denn auch prompt ein kleiner Dämon lauerte. Das Portal ward rasch geöffnet und ein uralter Krieger sprang heraus. Dieser Wächter wollte in einem fairen Kampf besiegt sein- einer der Nordmänner schwang seine Axt und verletzte ihn etliche Male, bevor er selber zu Boden ging. Daraufhin trat ein junger Recke namens Reodan hervor und streckte den nunmehr geschwächten Krieger mit einem Schlag hernieder!

Dann wurde es wirklich knifflig. Utis, alt und egoistisch, wollte als erster herein, obwohl er das meiste Wissen von allen besaß. Der Hofmagier kam, wie so viele später auch, als Steinstatue wieder heraus. Wladimir ging als zweiter und wurde ein Opfer seiner guten Manieren. In der Höhle erschall ein Ruf: Wer bist Du? Natürlich sagte ich meinen richtigen Namen, verwirrt, wie ich war! Dabei wußte ich doch einen Teil des Nahmens von Be'Lekkels Lehrer: GHURMAK.

Lange dauerte es, bis schließlich jemand mit dem Schatz herauskam. Die Versteinerung ließ langsam nach, so daß sich alle reichlich bedienten. Heute fürchte ich, daß diese Gier noch einmal verhängnisvoll werden könnte.

Leider weiß ich immer noch zuwenig über die Sagen und Legenden Donnerbachs- ich werde aber weiter nach GHURMAKS Verbleiben forschen: Schließlich gibt es einige Hinweise, daß er Anteil am Glauben der Bewohner Donnerbachs hat.
Getreulich verzeichnet von Wladimir Pergamenschikov für die Große Bibliothek Ran'Ors.

Dem Vogt von Wiesengrün übersandt als ehrerbietiges Zeichen höchsten Respekts.