Fremdes Volk ist, so es sich an die Regeln und Gesetze hält, gern gesehen in Donnerbach, bringt es doch meist interessante Kunde und manche Bereicherung eintönigen Dorf- und Burglebens. Und die Stadtbewohner haben längst erkannt, daß weitreichende Beziehung stets förderlich für den eigenen Geldbeutel sind. Somit sind vor allem die Städte Tummelplatz für allerlei ausländisches Volk.

Zum fremden Volk zählte man auch lange Zeit die Flüchtlinge und Vertriebenen, zuerst jene aus Bandorkov und später auch diejenigen aus Auenhain. Als sie im Zuge des dortigen Elfenkrieges nach Donnerbach kamen, wurden sie zwar wie schon die Bandorkoviten hilfsbereit und freundlich aufgenommen, jedoch schlug mehr und mehr die Hilfe in Neid und die Bedürftigkeit in einen Vorwand um, sodaß sich vielerorts Spannungen entluden. Erst mit dem Ende des Krieges und der Neubesiedlung Auenhains entspannt sich die Lage zusehends.Die Vertriebenen Bandorkovs jedoch, die nicht in ihr von Mehir besetztes Land zurückkehren können, leben in Donnerbach noch immer abseits der Dörfer und Städte als fahrende Händler und reisende Kesselflicker.

Fremde Rassen

Das Zusammenleben verschiedener Rassen stellte in Donnerbach selten ein Problem dar, solange alle sich in zwei Punkten trafen: Anerkennung der Herrschaft des Adels und der Glaube an die Götter des Inneren Zirkels. Und mit mehreren oder wenigeren Abstrichen auf der ein oder anderen Seite waren die Verhältnisse all der Zwerge, Elfen, Orks und anderer Nichtmenschen stets geklärt und geregelt.

Die größte Bevölkerung von Nichtmenschen in Donnerbach befindet sich in der Freien Stadt Angersblick. Hier wird man nicht allzu schief angesehen, sollte man Hörner oder Hauer, Pelz oder spitze Ohren tragen. Ganze Straßenzüge werden in Angersblick nicht von Menschen bewohnt, sondern bieten wunderlicheren Gestalten Obdach und Heimat. Hier findet man auch manchens Handwerk, dass sich speziell den Bedürfnissen von Nichtmenschen angenommen hat und spezielle Kleidung, Gegenstände des täglichen Gebrauchs in allen Größen oder Dienstleistungen wie Horn- oder Hauerpflege anbietet.

Die Zwerge, den Baronen zu Donnerbach schon seit der Landnahme Schedeljas vor mehr als tausend Jahren stets verbunden, lieferten lange Zeit Erz und Schmiedeerzeugnisse nach Donnerbach, sodaß man sich diesem Wirtschaftszweig nur zögerlich zuwandte. Erst seit der neulichen Zerstörung von Zwergenbingen durch eine finstere Macht und den daraus resultierenden Rückzug der Zwerge in ihre tiefsten Stollen und Schächte, sind die Erzlieferungen ein Problem geworden und immer seltener sieht man die kleinen Handwerker in den Siedlungen der Menschen.

Elfensippen hat es in Donnerbach stets gegeben, sie lebten aber immer schon zurückgezogen und wichen den menschlichen Siedlern aus. Nur wenige haben sich in die Gesellschaft Donnerbachs eingelebt und sind Teil dieser geworden. Und seitdem in Auenhain der Elfenkrieg ausbrach und zu solch verheerenden Auswirkungen für beide Seiten führte ist es auch sehr still um die Elfen Donerbachs geworden. Im Düsterwald soll es eine große Elfenstadt geben, verborgen durch allerlei Dickicht und magische Nebel. Nur der alte Druide vom Düsterwald kennt die geheimen Pfade zu dieser Stadt, wird sie aber wohl nicht preisgeben. Weitere Zufluchten der Elfen befinden sich in abgeschiedenen Tälern des Schildgebirges in der Freiherrschaft Bergeshöh - weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Man sagt, daß die Zwerge diese Täler schützen und Unbill von ihnen fern halten.

Die Orks sind von all dem wie stets unberührt geblieben. Nach ihren Niederlagen bei der Besiedlung dauerte es sehr lange, bis sie sich als Volk zusammenfanden und erst seit dem sich der Clan der PühRohMahnen dem Herrscherhaus verpflichtete stets dem gemeinsamen Leben nun nichts im Wege. Als Händler, Söldner und Knechte sind sie gern gesehen und verrichten gut ihre Arbeit, doch läßt man sie meist in Ruhe und gedenkt im Stillen der Gräuel des Orkenkrieges.